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Über 20 Jahre Deutsche Marktgilde eG
(von Gerhard Johnson und Berthold Stahl)

Die Deutsche Marktgilde eG wurde 1985 als eingetragene Genossenschaft gegründet. Die Hauptverwaltung befindet sich in Eschenburg (Hessen), Zweigniederlassungen in Limbach-Oberfrohna (Sachsen), Hille (Nordrhein-Westfalen) und Bad Orb (Hessen).

Wir als Gründungsmitglieder können auf über 20 Jahre Deutsche Marktgilde eG zurückblicken.
Wir erinnern uns an die ersten Planungen, die aus verschiedenen
Kontakten zu einzelnen Markthändlern entstanden; diese berichteten uns, die wir damals primär als Unternehmens- und Steuerberater tätig waren, von ihren alltäglichen Sorgen und Nöten. Z.B., dass sie sich neben dem anstrengenden
Tagesrhythmus aus Einkauf, Anreise zum Marktort, Standaufbau,
Standbetreuung und Verkäufertätigkeit während der Marktzeit, Standabbau, Heimreise, Lagerarbeit und Sortimentsauffüllung, Verwaltungsarbeit usw. nicht in der Lage sahen, auch noch einen organisatorischen Rahmen für den Markt selbst aufzubauen
und mit Leben zu füllen.

Viele Wochenmärkte kümmerten so vor sich hin oder schliefen ganz ein. Die Händler mussten um Standplätze auf wenigen attraktiven Plätzen kämpfen. Andere Einkaufsformen gruben den Wochenmärkten das Wasser ab.
Weil von vielen städtischen Marktämtern auch keine großen Bemühungen unternommen wurden, die Händler zu unterstützen, entstand die Idee: Mehrere Markthändler müssen sich zusammen tun, um eine Organisation zu haben, die sich um ihre Wochenmärkte kümmert und so die Arbeitsplätze der einzelnen Händler sichert.

Hieraus entstand im Herbst 1985 in der südwestfälischen Stadt Siegen im Rahmen einer Gründungsversammlung unsere Genossenschaft. Sie setzte sich zum Ziel, als Mittler zwischen Markthändlern und Kommunen tätig zu werden und Wochenmärkte zum Wohl aller Beteiligten (Markthändler, Kommunen, Bevölkerung) sorgfältig zu betreiben.

Schon bald konnten in Hennef (Nordrhein-Westfalen) und Langenselbold (Hessen) die ersten Wochenmärkte übernommen bzw. neu aufgebaut werden.
Dass wir diese auch heute noch veranstalten, kann als Beleg für die seitdem betriebene langfristige und solide Aufbauarbeit angesehen werden. Heute betreibt die Deutsche Marktgilde eG Wochenmärkte in 100 Kommunen, ca. 150 Markttage wöchentlich, mehr als 7.500 Markttage im Jahr. Mehr als 110.000 Händlerbesuche pro Jahr müssen verwaltet werden.

Neben der Zentrale in Eschenburg wird diese Arbeit von den drei
Niederlassungen in Limbach-Oberfrohna (Ost), Hille (Nord) und
Bad Orb (Süd-West) geleistet. Mehr als 120 Personen sind für die DMG in der Verwaltung und insbesondere als Marktmeister tätig.

Regelmäßige Marktmeistertreffen sorgen seit 1993 durch Schulung und Erfahrungsaustausch für gute Arbeit, ein eigens entwickeltes Marktmeisterhandbuch und viele weitere individuelle Materialien und Instrumente unterstützen die Beschäftigten.
Natürlich spielen dabei zunehmend auch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien eine Rolle: Angefangen bei einer Händlerdatenbank, die seit zehn Jahren aufgebaut wird und die zurzeit ca. 10.000 Wochenmarkthändler umfasst, über das edv-gestützte Rechnungswesen mit täglicher Aktualität der Finanzzahlen bis hin zum Internetauftritt, mit dem die DMG ihre
Arbeit allgemein und insbesondere ihre Wochenmärkte im Einzelnen darstellt.

Einen weiteren Meilenstein bildet auch die Herausgabe der Nr. 1 der vorliegenden Hauszeitung “Der Wochenmarkt” im Jahr 1997. Mit einer Auflage von 13.200 Stück, die kostenlos an Markthändler, Kommunen, Verbände und sonstige am Wochenmarktgeschehen Interessierte abgegeben wird, gibt es ein einzigartiges Forum für die Entwicklungen rund um den Wochenmarkthandel.

Die Gründung von ImoHa — Institut zur Erforschung und Förderung des mobilen Handels an der Hochschule Harz in Wernigerode im Jahr 2001 trug schließlich dazu bei, dass dem
mobilen Handel in einer ganzen Reihe von Veranstaltungen erhöhte Aufmerksamkeit zukam. Einzelne Forschungsergebnisse haben bereits große Beachtung gefunden und werden immer wieder angefragt.

Das Konzept der Deutsche Marktgilde eG beruht nach wie vor auf einigen Eckpunkten, die auch in Zukunft die Arbeit der Genossenschaft bestimmen werden: Am wichtigsten ist uns ein attraktives Warenangebot, dazu gehört natürlich insbesondere, dass der Bereich der Lebensmittel komplett abgedeckt ist. Aber auch einzelne Waren des täglichen Bedarfs machen oft als Ergänzung ein von der Bevölkerung als besonders gut beurteiltes Angebot aus.

Wo Lücken im Sortiment bestehen, kümmern wir uns mit unserer
Datenbank um neue Händler. Weiterer zentraler Erfolgsfaktor ist
die aktive Marktorganisation und insbesondere der Marktmeister, der vor Ort für die DMG präsent ist und die Betreuung übernimmt. Er kümmert sich um ein gutes Erscheinungsbild des Marktes, überwacht Infrastruktur (Wasser, Strom, Toiletten), Reinigung des Marktplatzes und vieles mehr.

Auch wenn die Einzelhandelssituation in der jüngeren Vergangenheit eher durch negative Meldungen über Konzentration, Verdrängungswettbewerb und Preiskämpfe
gekennzeichnet ist und der Wochenmarkthandel speziell nach
wie vor keine ausreichende Lobby hat, sehen wir auch in Zukunft eine Chance, den Einkaufsort “Wochenmarkt” zu fördern. Damit werden nicht nur Arbeitsplätze für mobile Händler gesichert, sondern die Einkaufswelt für alle Konsumenten wird im Einerlei der Discounter und Supermärkte zumindest punktuell bereichert.

Wir sehen den nächsten 20 Jahren der Deutsche Marktgilde eG optimistisch entgegen!




 
 

© Deutsche Marktgilde eG